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Handlungsfeld 7: Bildung für nachhaltige Entwicklung

a. Übergeordneter Rahmen

Der übergeordnete Rahmen ist hier das Weltaktionsprogramm „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“ der UNESCO und das Vorgängerprogramm „Weltdekade Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Die Stadt Neumarkt i.d.OPf. ist hier seit 2007 in einem bundesweiten Städte-Netzwerk vertreten. Seit 2015 ist dieses Netzwerk als sogenanntes „Partnernetzwerk der BNE-Kommunen“ formalisiert worden. Zuletzt wurde die Stadt Neumarkt i.d.OPf. im Jahr 2016 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie die Deutsche UNESCO-Kommission als „Kommune mit Auszeichnung im Rahmen des Weltaktionsprogramms BNE“ ernannt. Ausschlaggebend hier war das langjährige Engagement der Stadt Neumarkt i.d.OPf. im Handlungsfeld „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ sowie die Schaffung von dauerhaften Strukturen. Die Bedeutung der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) für Kommunen wird insbesondere in der Erklärung der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Dekade-Kommunen aus dem Jahr 2014 auf den Punkt gebracht: „Kommunen sehen sich großen Herausforderungen gegenüber – vom Klimawandel über Bildungsgerechtigkeit bis zu finanzieller Absicherung einer nachhaltigen Daseinsvorsorge. Kommunen haben dabei als Schnittstelle zwischen den Bürgern und der Politik eine besondere Bedeutung, da die lokale Ebene als Gradmesser einer nachhaltigen Entwicklung verstanden werden kann. (…) Wir gehen davon aus, dass BNE in den meisten Kommunen bereits stattfindet, ohne dass der Begriff bzw. das Konzept ausdrücklich genannt wird. Dass diese – oft singulären – Aktivitäten sichtbar werden und sich die Akteure zu Netzwerken mit einer verbindlichen Struktur zusammenschließen, muss Aufgabe der kommenden Jahre sein. Nur so können Synergien und Entwicklungsdynamiken
entstehen, die neues Wissen generieren und Lösungen entwickeln, um BNE systematisch in die regionale Bildungslandschaft zu integrieren.“

 

b. Vision 2030

Aus dem bisherigen Prozess „Impulse für die nachhaltige Stadt“ lässt sich für das Handlungsfeld „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ folgende Vision für das Jahr 2030 ableiten. „Die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist in den Neumarkter Bildungseinrichtungen durch entsprechende Bildungsleitlinien verankert. Die Bildungsbereiche von der Elementarbildung über die schulische Bildung bis hin zur Erwachsenen- und informellen Bildung haben BNE in ihr Lehrangebot und in ihren Bildungsalltag integriert. BNE ist eine Bildung, die Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln befähigt, d.h. es geht primär um Handlungs- und Gestaltungskompetenz für eine nachhaltige Entwicklung. Inhaltlich werden insbesondere die Themen Biodiversität, Energie, Fairer Handel, Klimaschutz und Klimawandel, Umwelt- und Naturschutz, Ressourcenschonung sowie Wasserschutz behandelt.“

 

c. Stand der Umsetzung

Die Stadt Neumarkt i.d.OPf. betreibt im informellen Bereich viele verschiedene Aktivitäten. Dabei sind Schulen, Vereine und auch Unternehmen wichtige Kooperationspartner. Einige Beispiele sind die Kampagne „Klimameilen“ an den Grund- und Mittelschulen, die Kinoreihe „Eine Welt – Unsere Verantwortung“, der Sanierungstreff für Bauinteressierte oder die Verleihung der „Grünen Hausnummer“. Zu den größeren BNE-Veranstaltungen gehört die Neumarkter Nachhaltigkeitskonferenz mit hochkarätigen Referenten. Mit ihren wechselnden Schwerpunktthemen hat die Veranstaltung eine hohe Strahlkraft auf städtischer Ebene, aber auch in die Landkreisgemeinden hinein. Zum Beispiel konnten Impulse der Umstellung auf Elektromobilität gegeben werden, die daraufhin vielerorts aufgegriffen wurden. Ebenfalls sehr erfolgreich wird in Neumarkt zweijährlich der Klimaschutzpreis ausgelobt. Leuchtturmprojekte von Schulen, Vereinen, aus der Wirtschaft oder auch Privatpersonen können sich um die Gewinnsumme von 10.000 Euro bewerben. Ganz besonders großen Erfolg konnte die Stadt Neumarkt i.d.OPf. mit ihrem städtischen Förderprogramm „Nachhaltigkeit neu lernen“ verbuchen. In den fünf Jahren zwischen 2011 und 2015 sind insgesamt 52 Projekte im Rahmen des Programms „Nachhaltigkeit neu lernen“ ausgewählt und umgesetzt worden. Insgesamt wurde hierfür eine Summe in Höhe von 116.000 Euro an die Projektträger ausgezahlt. Durch das Preisgeld des Deutschen Nachhaltigkeitspreises konnten 15 der ausgewählten Projekte mit einem Betrag in Höhe von 35.000 Euro durch die Allianz Umweltstiftung finanziert werden. Bemerkenswert ist die hohe Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, hauptsächlich Kinder und Jugendliche, die durch „Nachhaltigkeit neu lernen“ erreicht werden konnten. In den 5 Jahren zwischen 2011 bis 2015 waren es rund 10.000 Personen, davon rund 75 % Kinder und Jugendliche sowie 25 % Erwachsene. Eine Evaluierung hat gezeigt, dass die Förderung mit einer relativ kleinen Summe pro Projekt eine große Wirkung hat. Mindestens die Hälfte der Projekte wäre ohne diese Zuwendung nicht umgesetzt worden und die große Mehrzahl wird auch ohne weitere Zuschüsse der Kommune fortgesetzt. Seit 2017 können Organisationen und Einrichtungen einen Antrag auf Förderung eines Mikroprojektes im Rahmen des neuen städtischen Aktionsprogramms „Eine Welt-Unsere Verantwortung“ stellen. Aktuell wurden bzw. werden 14 Projekte finanziell gefördert.

BNE findet bisher an vielen Kitas, Schulen und sonstigen Einrichtungen projektbezogen statt. Als Umweltschule in Europa/Internationale Agenda 21 Schule wurden z.B. im Schuljahr 2017/18 ausgezeichnet: Grundschule Holzheim, Grundschule in der Hasenheide, Maximilian-Kolbe-Schule, Mittelschule an der Weinberger Straße, Ostendorfer-Gymnasium Neumarkt, Staatliches Berufliches Schulzentrum Neumarkt und Willibald-Gluck-Gymnasium. In den letzten Jahren macht sich zudem bemerkbar, dass es ein Bestreben gibt, dauerhafte Strukturen für BNE zu schaffen, mit denen vorwiegend Kinder und Jugendliche erreicht werden. Zu nennen sind hier die Fairtrade Schulen Grundschule Holzheim, Mittelschule West und Mädchenrealschule, sowie die beiden UNESCO Schulen Ostendorfer Gymnasium und Grundschule Hasenheide. Im informellen Bereich ist hier noch hervor zu heben, dass aus der Kinder- und Jugendkonferenz im Dezember 2017 ein Steuerungskreis hervor gegangen ist, der sich mit Themen der Nachhaltigkeit beschäftigt und bereits erste Projektideen formuliert hat.

Als kompetenter Ansprech- und Kooperationspartner für Organisationen, Kitas und Schulen, aber auch für die Stadt Neumarkt i.d.OPf. ist schließlich die Eine Welt Station des Eine Welt Ladens Neumarkt e.V. hervor zu heben. Bei dem sehr breiten Bildungsangebot, das seit vielen Jahren besteht, stechen insbesondere die themenbezogenen Bildungsstationen hervor (u.a. Parcours „RundumFair“ und „Ökologischer Fußabdruck“ sowie der „Klimaparcours“).

 

d. Handlungsschwerpunkte für die nachhaltige Entwicklung

Zur Verwirklichung der Vision 2030 werden im Handlungsfeld „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“ drei wesentliche Handlungsschwerpunkte verfolgt:

Strukturen und Zuständigkeiten für BNE in Bildungseinrichtungen schaffen
Beispiele: Fortbildungen zu BNE für Kitas und Schulen, BNE als Querschnittsthema in die Bildungsregion und in das kommunale Bildungsmanagement des Landkreises einbringen, Initiative „BNE in die Lehrpläne“

Bündelung und Vernetzung der BNE Aktivitäten
Beispiel: Internetseite BNE in Neumarkt, Gründung einer BNE-Akademie Neumarkt in Zusammenhang mit dem Hochschulstandort Neumarkt

Vom BNE-Lernen zum Nachhaltigkeitshandeln kommen
Beispiel: Fortführung und Weiterentwicklung des städtischen Förderprogramms „Eine Welt – Unsere Verantwortung“, Bildungsangebote mit flexiblen Formaten für verschiedene Zielgruppen

 

 

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