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Klimapartnerschaft geht in die nächste Runde

Foto (Dr. Franz Janka): Oberbürgermeister Thomas Thumann (2.v.rechts) empfing die Delegation aus Drakenstein im Rathaus. Bürgermeister Conrad Poole (1.v.rechts) freute sich gemeinsam mit seinen Kollegen über die Gastfreundschaft.

Foto (Dr. Franz Janka): Oberbürgermeister Thomas Thumann (2.v.rechts) empfing die Delegation aus Drakenstein im Rathaus. Bürgermeister Conrad Poole (1.v.rechts) freute sich gemeinsam mit seinen Kollegen über die Gastfreundschaft.

Die Gäste aus Drakenstein haben im Rahmen des Projektes Klimapartnerschaft, gefördert durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, zwischen dem 6. und 13. August 2014 die Stadt Neumarkt kennengelernt und nahmen sowohl viele Anregungen als auch konkrete Projektideen mit zurück nach Südafrika. Es gab in dieser Zeit auch mehrere Treffen mit Oberbürgermeister Thomas Thumann, der die neu gewonnenen Freunde bei einem Mittagessen auf dem Jura-Volksfest wieder verabschiedete.

Sowohl Conrad Poole, der Bürgermeister aus Drakenstein als auch Oberbürgermeister Thomas Thumann zogen ein rundum positives Fazit. So betonte Poole, dass sie in Neumarkt bei verschiedenen Gelegenheiten und vielen Gesprächen mit Neumarkter Bürgerinnen und Bürgern eine herzliche Gastfreundschaft erfahren und dass sie sehr vieles hier in Neumarkt über Umweltschutz, Energieeffizienz und Klimaschutz gelernt haben. Gemeinsam mit seinem Gemeinderatskollegen Dr. Matthys Smith und dem Abteilungsleiter Ashraf Adam besuchten sie zusammen mit Stadträtin und Nachhaltigkeitsreferentin Ruth Dorner und dem Organisator des Besuchsprogramms und Leiter des Amtes für Nachhaltigkeitsförderung bei der Stadt Neumarkt Ralf Mützel u.a. die städtische Kläranlage, die Stadtgärtnerei, das Wasserwerk in der Hasenheide und die neue Nahwärmezentrale der Stadtwerke. Darüber hinaus wurden auch der Wertstoffhof Blomenhof, die CAH-Werkstätte sowie Firmen in Stadt und Landkreis besucht, die im Bereich der Umwelttechnologie oder des nachhaltigen Wirtschaftens tätig sind.

Das Thema ökologische Landwirtschaft wurde durch einen Besuch bei der Neumarkter Lammsbräu dargestellt. Zudem erläuterte Johannes Hebauer, der Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Neumarkt anhand des Beispieles Staudenhof in Plankstetten die Erzeugung ökologischer Nahrungsmittel. Wolfgang Prüfling, Aufsichtsratsvorsitzender bei der Petry AG führte die Gäste durch das Unternehmen und zeigte insbesondere die Nutzung von Biomasse in Bezug auf die Wärmeversorgung des benachbarten Ärztehauses. Georg Huber begrüßte die Delegation in Erasbach und bei einem Betriebsrundgang lernten die Gäste Innovationen im Bereich der Abwassertechnologie kennen. Dabei wurde sofort auch der Kontakt zur Niederlassung von Huber in Südafrika vermittelt. Arbeitssitzungen, ein von „Engagement global“ moderierter Workshop, Präsentationen zu Stadtplanung und Energiemanagement sowie Fahrten mit E-Bike und E-Auto ergänzten das umfangreiche Exkursionsprogramm.

Selbstverständlich stand auch mehrmals der Besuch des Jura-Volksfestes auf dem Programm. Bürgermeister Conrad Poole nahm sogar Platz in der Kutsche der Partnerstädte, in der auch der Bürgermeister aus Mistelbach Dr. Alfred Pohl und die Weißwurstkönigin Nadja Wittmann mitfuhren.Nicht nur Anregungen, sondern auch konkrete Projektideen sammelten die beiden Projektpartner. So ist es u.a. geplant, durch das sogenannte ASA-Programm ein „Klima-Team“ von je zwei jungen Erwachsenen zwischen 21 und 30 Jahren aus Drakenstein und Neumarkt zu gründen, die innerhalb eines halben Jahres ein Bildungsprojekt, z.B. in Form eines Dokumentarfilmes oder einer Präsentations- und Fotoreihe zu Themen wie Energie, Umwelt und Klimaschutz umsetzen könnten. Weiterhin ist es denkbar, dass Jugendliche aus Drakenstein, die einen Handwerksberuf erlernen, durch ein mehrmonatiges Praktikum in einem Neumarkter Betrieb wertvolle Erfahrungen sammeln, um diese in Südafrika einsetzen und weiter geben zu können. Zu ersten interessierten Neumarkter Betrieben bestehen diesbezüglich bereits Kontakte.

Als weitere Projekte, die sich insbesondere auf den kulturellen und sozialen Bereich erstrecken, wurde das Eine Welt Festival in Neumarkt mit Schwerpunkt Südafrika im Juni 2015 hervorgehoben sowie die mögliche Organisation einer Bildungsreise für interessierte Bürger in den nächsten Jahren.

Schließlich wurde auch ein Schlüsselprojekt ausfindig gemacht. Mit dem Bergriver haben die Drakensteiner eine „Lebensader“, die durch das gesamte Gemeindegebiet fließt. Diesen Fluss und das angrenzende Land gilt es zu schützen und zu entwickeln, um insbesondere die Wasserqualität zu erhöhen, die angrenzende Parkanlage aufzuwerten und damit die Bedeutung des Flusses für die Bevölkerung bewusst zu machen und dieses Gebiet auch für die Naherholung nutzen zu können. Deshalb waren die südafrikanischen Gäste auch sehr begeistert vom LGS-Park, den die Neumarkter im Jahr 1998 aus der alten Kläranlage geschaffen haben. Ruth Dorner, auch Vorsitzende des Eine Welt Ladens, kann sich darüber hinaus vorstellen, einen Wein aus Drakenstein mit dem Fairtrade-Siegel in den Neumarkter Handel zu bringen und aus dem Verkaufserlös das Bergriver Projekt zu unterstützen.

Weitere Ansatzpunkte, zu denen sowohl in Neumarkt als auch in Drakenstein Projekte denkbar sind, wären die Themen Ausbau der Elektromobilität oder Speicherung von Energie, z.B. durch die „Power to Gas - Technologie".

Der Besuch aus der südafrikanischen Gemeinde Drakenstein war der erste Gegenbesuch im Rahmen des Projektes „Klimapartnerschaft“, die im März dieses Jahres begründet wurde. Das Projekt "50 Kommunale Klimapartnerschaften bis 2015" wird von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) der Engagement Global in Kooperation mit der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW (LAG 21 NRW) im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durchführt. Ziel ist es, dass bis zum Jahr 2015 insgesamt 50 deutsche Kommunen mit Ihren Partnern im Globalen Süden gemeinsame Handlungsprogramme zu den Themen Klimaschutz und Klimaanpassung entwickeln. Mit dem Auftakt der dritten Phase zählt das Projekt aktuell 33 Klimapartnerschaften, darunter auch die zwischen Neumarkt i.d.OPf. in Bayern und Drakenstein in der südafrikanischen Provinz Westkap.

von Ralf Mützel

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