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Bauhof trägt künftig Arbeitskleidung nach öko-sozialen-Standards

Vorbild für die Metropolregion Nürnberg

Bauhof trägt künftig Arbeitskleidung nach öko-sozialen-Standards

Oberbürgermeister Thomas Thumann hat die neue "faire Arbeitskleidung" für den städtischen Bauhof vorgestellt. Nachdem bereits in zahlreichen Bereichen der Stadtverwaltung die Maxime der fairen Beschaffung angewendet wird, wurde dies nun auch für den Bauhof umgesetzt.

Nach einem langwierigem Auswahlprozess wurde eine passende Firma als Lieferant gewählt, die Mitglied in der "Fair Wear Foundation" ist. Damit soll gewährleistet sein, dass die Kleidung sozialen und ökologischen Kriterien entspricht. Wichtig sei es aber auch, so Neumarkts Oberbürgermeister, dass sie die funktionalen Anforderungen im Alltagsgebrauch erfüllt. Dazu muss sie pflegeleicht und gut nutzbar sein. Mit diesem Schritt der "Fairen Arbeitskleidung" leistet die Stadt Neumarkt wieder einmal so etwas wie Pionierarbeit. Daher habe man mit der Entwicklungsagentur Faire Metropolregion Nürnberg zusammengearbeitet, deren Mitarbeiterin Marina Malter in Neumarkt als Projektmanagerin angesiedelt ist. Sie hatte im Vorfeld mehrere Proben mitgebracht, Kontakte hergestellt, die Auswahl begleitet und dazu beigetragen, eine entsprechende Auswahlmatrix zu erstellen.

Stadträtin und Nachhaltigkeitsreferentin Ruth Dorner wies darauf hin, dass eine solche Stelle der Europäischen Metropolregion Nürnberg in Neumarkt ungeheuer wichtig sei. Denn die Auswahl bei fairen Produkten gestalte sich stets schwierig. Sie hofft, dass dieses Projekt den Markt für Arbeitskleidung ankurbeln kann. Im Hinblick auf den Preis meinte sie: "Dies ist der faire Preis, was andere oft verlangen ist im Vergleich dazu zu billig." Oberbürgermeister Thumann sieht die Bauhofmitarbeiter dabei als gute Multiplikatoren, die den Gedanken der fair beschafften Kleidung nach außen tragen können. Dies werde sicher im Umfeld sehr positiv wahrgenommen. Daher seien die Mehrkosten für diese Produkte auch in Ordnung, denn die Stadt soll ja eine Vorbildwirkung haben. Daher wäre es schön, wenn die Stadt durch ihr Beispiel andere dazu anregen kann, ebenfalls in faire Bekleidung, auch bei der Berufskleidung, zu achten.

Der Leiter des Amtes für Nachhaltigkeitsförderung Ralf Mützel wies in dem Zusammenhang darauf hin, dass Kommunen inzwischen auch neben der Wirtschaftlichkeitsprüfung als Vergabekriterium die Umwelt und den Gedanken des Fairtrade als Auswahlkriterium mit aufnehmen können und so die Wirtschaftlichkeit nicht das einzige Auswahlkriterium darstellt. In dieser Hinsicht hofft Oberbürgermeister Thumann darauf, dass sogar eine Wirkung auch auf andere Kommunen und die gesamte öffentliche Hand ausgeht. Schließlich umfasst die Nachfrage der öffentlichen Hand nach Produkten ein Volumen von rund 350 Milliarden Euro jährlich, und das bedeute schon eine große Wirkung, wenn da so viel wie möglich faire Produkte eingesetzt werden.

Für Bauhofleiter Richard Willjung war es gut, dass die Entwicklungsagentur "Faire Metropolregion Nürnberg" mit dabei war und Hilfestellung bei der Auswahl geben konnte. Insgesamt habe die Vorarbeit ein Jahr gedauert. Für ihn sei es ein erster Schritt bei der fairen Beschaffung von Arbeitskleidung im Bauhof gewesen. Reinhard Schön vom Magazin des Bauhofs präsentierte ein Modell der neuen Arbeitskleidung. Ihm sei als allererstes aufgefallen, dass die neue Kleidung sehr angenehm im Tragen sei und dass sie überhaupt nicht wie sonst neue Arbeitskleidung einen unangenehmen Geruch aufweist. Künftig wird nun im Bauhof, sobald ein Kleidungsaustausch ansteht, den Mitarbeitern die neue Arbeitskleidung ausgehändigt.


Oberbürgermeister Thumann, der zugleich politischer Sprecher des Forums Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung in der Europäischen Metropolregion Nürnberg ist, erläuterte zahlreiche Hintergründe zum Thema faire Beschaffung und die Beachtung von öko-sozialen Standards dabei. Neumarkt selber war, wie er erinnerte, 2009 die erste Fairtrade Stadt in Bayern gewesen. Im Wettbewerb "Hauptstadt des fairen Handels" hat Neumarkt bundesweit bereits zweimal den 2. Platz belegt. Inzwischen sei auch die Metropolregion Nürnberg als "Fairtrade Metropolregion" ausgezeichnet worden, erstmals im Februar 2017 im Rahmen der Bio-Fach in Nürnberg. Deren "Entwicklungsagentur Faire Metropolregion", die zur Geschäftsstelle der Metropolregion in Nürnberg gehört, wurde dabei mit Hilfe der Förderung durch das Bundesentwicklungsministerium gegründet. Das Thema "faire nachhaltige Beschaffung" wurde sogar in Neumarkt mit der Projektmanagerin Marina Malter angesiedelt.

Dies sei laut Oberbürgermeister Thumann auch eine positive Folge davon, dass Neumarkt sich aber schon frühzeitig Gedanken gemacht hat, wie nachhaltige Beschaffung in der Verwaltung umgesetzt werden kann. 2007 gab es dazu einen Stadtratsbeschluss, dass bei Ausschreibungen und Beschaffungsaktionen nur Produkte Berücksichtigung finden, die ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt wurden. Und bereits 2003 war der fair gehandelte Kaffee eingeführt worden, der im Rathaus und bei zahlreichen anderen Gelegenheiten zum Ausschank kommt. Inzwischen gehören fair gehandelte Produkte in der Stadt, im Bürgerhaus, im G6 und in der Stadtbibliothek mit dazu. Dies umfasst z. B. auch den Einkauf von Papier, das entweder den "Blauen Umweltengel" oder das "FSC-Siegel" für nachhaltige Forstwirtschaft aufweisen muss. Auch im EDV-Bereich wird auf diese hohen Standards, etwa durch Berücksichtigung des Blauen Umweltengels und dem Energy Star geachtet. Schon seit langem nutzt die Stadt in ihren Liegenschaften nur Öko-Strom der Stadtwerke und es sind zehn Elektrofahrzeuge im Einsatz. Für Geschenkkörbe, etwa für Jubilare, werden Produkte aus fairem Handel genutzt; ähnliches gilt in der Stadtgärtnerei bei Blumen, wo ebenfalls das Fairtrade Siegel beachtet wird. Vieles mehr sei in der Stadt bereits auf dem Weg und daher sei die Beschaffung von Arbeitskleidung nach diesen Kriterien ein nächster, auch logischer Schritt gewesen. Oberbürgermeister Thumann dankte allen, die sich für eine faire Beschaffung einsetzen und diese auch mittragen. Er hofft, dass das Beispiel Bauhof positiv wirken kann und nicht nur in Neumarkt sondern in der gesamten Metropolregion und darüber hinaus Nachahmer finden wird.

Text und Fotos: Dr. Franz Janka, Stadt Neumarkt i.d.OPf.

von Ralf Mützel

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