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Ein Klimaanpassungskonzept für Neumarkt

Karte Kaltluftproduktion im Stadtgebiet Neumarkt.© Stadt Neumarkt i.d.OPf.

 

Stadtratsbeschluss zur Erstellung eines Klimaanpassungskonzeptes 

Der Stadtrat der Stadt Neumarkt hat bereits mit dem Beschluss der Neumarkter Nachhaltigkeitsstrategie am 28. November 2018 die Weichen für die Aufstellung eines Klimaanpassungskonzeptes gestellt. Zudem wurde am 4. August 2020 ein konkreter Beschluss für die Erarbeitung eines Klimaanpassungskonzeptes gefasst. Dieser Beschluss steht in Zusammenhang mit der Unterstützung des „Konvents der Bürgermeister/Bürgermeisterinnen“ auf der Ebene der Europäischen Union. Durch die Unterzeichnung des „Konvents der Bürgermeister/Bürgermeisterinnen 2020“ verpflichtet sich die Stadt Neumarkt neben der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen zur Reduzierung der CO2-Emissionen auch dazu, die Klimaresistenz durch Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels zu erhöhen. Dazu ist eine Risiko- und Vulnerabilitätsbewertung sowie ein Aktionsplan für die Anpassung an den Klimawandel innerhalb von zwei Jahren nach dem Stadtratsbeschluss notwendig.

 

Die zwei Säulen im Umgang mit dem Klimawandel.© Stadt Neumarkt i.d.OPf. 

 

Modellvorhaben „Klimagerechter Städtebau“                                             

Die Stadt Neumarkt ist im November 2020 als eine von acht Modellkommunen im Rahmen des Modellvorhabens „Klimagerechter Städtebau“ des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr ausgewählt worden. Die Zielsetzung des Modellvorhabens ist es, Wege aufzuzeigen und zu erproben, die vielfältigen naturräumlichen Verflechtungen und klimabedingten Abhängigkeiten in die Stadt- und Ortsentwicklung zu integrieren sowie die klimabedingten Risiken und Schäden zu minimieren. Zudem geht es darum, örtliche Landschafts- und Freiräume zu sichern und auszubauen sowie klimaangepasste städtebauliche Strukturen zu schaffen. Der Schwerpunkt des Modellvorhabens liegt auf dem Thema Klimaanpassung in Bezug auf die Bevölkerung und deren Gesundheit und Wohlbefinden sowie auf Lebensqualität und Sicherheit vor Naturgefahren. Anhand der Ergebnisse der 8 Modellkommunen sollen am Ende Standards für eine Übertragbarkeit und Anwendbarkeit in anderen Kommunen erarbeitet werden.

 

Bestandsaufnahme und Potenzialanalyse

Die Erstellung des Klimaanpassungskonzeptes umfasst zwei Phasen zwischen April 2021 und Mitte 2022. Phase 1 beinhaltet die Bestandsaufnahme und eine Potenzialanalyse. In Phase 2 wird darauf aufbauend das eigentliche Stadtklimakonzept inkl. Maßnahmenplan erstellt.

Zur Erarbeitung des Klimaanpassungskonzeptes für die Stadt Neumarkt ist nach einem Auswahlprozess das Büro Burghardt und Partner, Ingenieure (BPI) aus Kassel ausgewählt worden. Am 9. Juni 2021 wurde ein verwaltungsinterner Auftakt zur Erstellung des Konzeptes mit allen relevanten Ämtern sowie der Stadtwerke veranstaltet.

In einem ersten Schritt der Phase 1 (Bestandsaufnahme und Potentialermittlung) erfolgte die Erfassung und Prüfung der stadtklimatischen Gegebenheiten. Hierfür wurden meteorologische Messdaten (Messstandorte des DWD) beschafft und, im Rahmen einer eigenen Messkampagne (Mitte Juni bis Anfang Oktober), zusätzliche Daten erhoben. Ergänzend wurden Informationen zu den morphologischen, topografischen und (historischen) klimatologischen Charakteristika der Stadt Neumarkt zusammengestellt, um das klimatische Profil der Stadt abbilden zu können.

Auf dieser Basis aufbauend wurden innerhalb einer GIS-Umgebung Modellrechnungen und Simulationen zum Stadtklima durchgeführt. Die Ergebnisse umfassen unterschiedlichste (klimatische) Themenkarten (z.B. Kaltluft – Entstehung und Transport, Vegetationserfassung) und spezielle Analysen (z.B. Vulnerabilitätsanalyse zum Thema Hitze). Die Ergebnisse wurden entsprechend den Vorgaben und unter Berücksichtigung von Fachpublikationen in die Klimafunktionskarte überführt. Themenkarten, Analysekarten (z.B. Gunst- und Ungunstbereiche Fokus Hitze) und nicht zuletzt die Klimafunktionskarte stehen zukünftig als interdisziplinäre Planungsinstrumente für unterschiedlichste Fragestellungen der Stadt Neumarkt zur Verfügung.

 

Maßnahmenplanung

In Phase 2 entsteht das Stadtklimaanpassungskonzept mit individueller Maßnahmenplanung. Neben der fachlichen Expertise wird hierbei auch großer Wert auf die Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Neumarkt gelegt. Als Vorgriff auf die Beteiligung in Phase 2 wurde bereits ab Juli eine Online-Befragung zur Thematik „Klima und Klimaanpassung in Neumarkt“ durchgeführt (92 Beiträge - Stand 07.10.21). Die Bürgerinnen und Bürger konnten so ihr „Alltags-Know how“, d.h. die eigenen Beobachtungen, aber auch ihre eigenen Vorschläge und Meinungen zur Klimaanpassung einbringen. Zusätzlich werden Klimawerkstätten im Bürgerhaus veranstaltet, bei der weitere Vorschläge für Klimaanpassungsmaßnahmen gesammelt und diskutiert werden.

Am Ende kommt es zu einer Gesamtschau auf verschiedene Handlungsfelder der Klimaanpassung in Neumarkt, die in eine Planhinweiskarte und einen Gesamtmaßnahmenplan fließen. Vor einer finalen Behandlung im Stadtrat (voraussichtlich im Herbst 2022) wird es eine weitere verwaltungsinterne Abstimmung geben.

 

Klimawerkstatt am 7. April 2022

Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich an der 2. Klimawerkstatt am Donnerstag, 7. April um 17.30 Uhr im Bürgerhaus zu beteiligen. Nähere Informationen dazu werden noch rechtzeitig bekannt gegeben.


Kontakt und weitere Rückfragen:

Ralf Mützel, Amtsleiter, Amt für Nachhaltigkeitsförderung, Tel. (09181)255-2608 oder E-Mail 

Bürgerhaus Neumarkt
Amt für Nachhaltigkeitsförderung
Fischergasse 1, Rathaus IV
92318 Neumarkt i.d.OPf.

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