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Neues Förderprogramm für Jugendliche und Frauen

v.l.n.r.: Bürgermeisterin Ruth Dorner, Ltd. VD Josef Graf, MdB Alois Karl, Ralf Mützel und Oberbürgermeister Thomas Thumann verkündeten am Montag im Bürgerhaus die Neuaufnahme der Stadt Neumarkt in das Programm STÄRKEN vor Ort.

v.l.n.r.: Bürgermeisterin Ruth Dorner, Ltd. VD Josef Graf, MdB Alois Karl, Ralf Mützel und Oberbürgermeister Thomas Thumann verkündeten am Montag im Bürgerhaus die Neuaufnahme der Stadt Neumarkt in das Programm STÄRKEN vor Ort.

Das Programm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist das Nachfolgeprogramm von LOS (Lokales Kapital für Soziale Zwecke) und wird aus dem ESF (Europäischer Sozialfonds) finanziert.

Das Programm „STÄRKEN vor Ort“ soll die sozialen und beruflichen Perspektiven junger Menschen sowie von Frauen in benachteiligten Stadtteilen verbessern. Für das stehen bis Ende 2011 insgesamt 116 Millionen Euro zur Verfügung (rund 99 Millionen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds plus rund 17 Millionen Euro kommunale Kofinanzierung). Das Programm setzt auf kleine lokale Initiativen, Organisationen und viel zivilgesellschaftliches Engagement, um nur noch schwer erreichbare junge Menschen dort anzusprechen, wo sie leben. Adressaten der Kleinstprojekte sind jungen Menschen mit schlechteren Startchancen sowie Frauen, die Probleme beim Einstieg und Wiedereinstieg in das Erwerbsleben haben. Ziel ist, Jugendliche, die Gefahr laufen, sich langfristig Lebenschancen zu verbauen, aktiv aufzusuchen, sie sozial zu stabilisieren und zu motivieren, weiterführende Angebote zu nutzen. Die geförderten Kleinstprojekte mit einem Budget von bis zu 10.000 Euro helfen, indem sie etwa Anschlüsse an Schulen, Fördermaßnahmen und Ausbildung oder Erwerbsarbeit vermitteln. Dafür sind bundesweit 264 Fördergebiete für die nächsten drei Jahre ausgewählt worden.

Die Neumarkter „Vorgeschichte“: LOS

Das Konzept in Neumarkt zu „STÄRKEN vor Ort“ bezieht sich auf die Erfahrungen mit 4 Jahren LOS (Lokales Kapital für Soziale Zwecke). In den 4 abgelaufenen Förderzeiträumen zwischen 2004 und 2008 wurden mit einem Fördervolumen von 360.000 Euro 43 Projekte von 19 unterschiedlichen Trägern umgesetzt. Hierdurch konnten 750 Projektteilnehmerinnen und Projektteilnehmer erreicht werden. 63 % waren Frauen, 60 % Jugendliche. Auch viele Langzeitarbeitslose konnten durch LOS unterstützt werden. Die durchschnittliche Teilnehmerzahl pro Projekt lag bei 18. Und was besonders hervorzuheben ist - durch LOS konnten in Neumarkt insgesamt über 100 neue Beschäftigungsmöglichkeiten erschlossen werden.

Die Neumarkter Bewerbung zu „STÄRKEN vor Ort“

Die Bewerbung um das Programm „STÄRKEN vor Ort“ erfolgte nach der bundesweiten Starterkonferenz im November 2008. Im Januar 2009 musste die Bewerbung beim Bundesministerium eingereicht werden. Die Neumarkter Bewerbung stützt sich auf zwei Zielgruppen, Jugendliche und Frauen.

Die Ausbildungs- und Berufschancen von Jugendlichen sollen durch die Schulung von Schlüsselqualifikationen sowie durch berufsspezifische Zusatzqualifikationen gesteigert werden. Das Handlungskonzept zielt bei den Jugendlichen darauf ab, das Selbstvertrauen durch die Förderung von Schlüsselqualifikationen zu steigern und gleichzeitig berufsbezogene Fertigkeiten und Fähigkeiten zu vermitteln. Konkret sollen Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für die Jugendlichen neu konzipiert und umgesetzt werden. Im Mittelpunkt stehen die Förderung der individuellen Fähigkeiten der Jugendlichen, die Entwicklung von berufsorientierten Profilen, die Stärkung des Sozialverhaltens zur selbständigen Integration in die Arbeitswelt, der Aufbau von Handlungskompetenzen durch Verbindung von Theorie und Praxis.
Entscheidend bei der Umsetzung ist es, dass im Rahmen der Mikroprojekte sogenannte „Berufsfindungs-Begleiter“ tätig werden, die in individueller Form die Jugendlichen bedarfsgerecht coachen, damit sie die Voraussetzungen für ein bestimmtes Berufsfeld erwerben. Dabei soll in kleinen Gruppen individuell auf die Jugendlichen eingegangen werden können. Bei den Maßnahmen soll eine pädagogische Begleitung sowie eine fachliche Leitung eingeplant werden.

Der Einstieg bzw. Wiedereinstieg von Frauen in das Berufsleben soll durch Qualifizierungsmaßnahmen erleichtert werden. Das Handlungskonzept zielt darauf ab, den Einstieg bzw. Wiedereinstieg in das Berufsleben zu erleichtern. Konkret sollen Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen neu konzipiert und umgesetzt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die Vermittlung von Neuerungen auf einem erlernten Berufsfeld (insbesondere in Bezug auf EDV, Neue Medien), Ermöglichung des Erkennens der eigenen Stärken und Motivierung zum Ergreifen einer Tätigkeit in einem verwandten oder sogar neuen Berufszweig, die Stärkung der Schlüsselqualifikationen (Rhetorik, Kommunikation) sowie die Vermittlung von Handlungskompetenzen durch Verbindung von Theorie und Praxis.

Entscheidend bei der Umsetzung ist es, dass im Rahmen der Mikroprojekte, ähnlich wie bei den Jugendlichen Coaches tätig werden, die die Frauen individuell begleiten und beraten können. Zu unterscheiden ist auch hier die pädagogische Begleitung in kleinen Gruppen sowie je nach Bedarf die Hinzuziehung von Fachpersonal.

Bei den Frauen mit Migrationshintergrund kommt es neben den oben bereits genannten beschriebenen Maßnahmen vor allem darauf an, Defizite in der deutschen Sprache abzubauen und ein berufsbezogenes Sprachtraining anzubieten.

Förderhöhe, förderfähige Träger und Fördergebiet

Die Förderzusage durch das Bundesministerium bedeutet, dass der Stadt Neumarkt in den nächsten drei Jahren insgesamt 300.000 Euro für die Umsetzung der Mikroprojekte zur Verfügung gestellt werden. Die Stadt Neumarkt muss hierzu einen Eigenanteil von 54.000 Euro bereit stellen. Die Stadt Neumarkt gibt die Fördermittel an Mikroprojektträger weiter, die pro Projekt einen Zuschuss von bis zu 10.000 Euro beantragen können.

Insbesondere gilt es, die Ressourcen der lokalen und regionalen Initiativen zu nutzen und die Adressaten und Zielgruppen an allen Schritten des Programms zu beteiligen. Einzubeziehen sind darüber hinaus die örtlichen Unternehmen und Betriebe. Als Mikroprojektträger sollen neue, vorzugsweise kleine Träger und Einzelpersonen bzw. ESF-unerfahrene Träger berücksichtigt bzw. aktiviert werden. Die Maßnahmen müssen einen Bezug zum Gebiet der Sozialen Stadt (Altstadt Neumarkt) nachweisen.

Die nächsten Schritte

Am 27. Mai findet um 16 Uhr die Starterkonferenz im Bürgerhaus statt, bei der das Programm detailliert vorgestellt wird. Im Juni können dann Projektvorschläge eingereicht werden, über die ein Begleitausschuss berät und entscheidet. Geplanter Start der Mikroprojekte ist der 1. Juli 2009. Interessierte Projektträger können sich ab sofort im Bürgerhaus bei Ralf Mützel melden und sich für die Starterkonferenz vormerken lassen.

von Ralf Mützel

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