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Nachhaltigkeitskonferenz war "großer Erfolg"

Foto: Dr. Franz Janka

Foto: Dr. Franz Janka

Als "großen Erfolg" hat Oberbürgermeister Thomas Thumann die 3. Neumarkter Nachhaltigkeitskonferenz bezeichnet, die am Freitag, 25.06.2010 in den Sälen der Residenz stattgefunden hatte. "Alle Plätze ausgebucht und ein hochkarätiges Referententeam, angeführt von Staatsminister Dr. Markus Söder, Prof. Dr. Gerhard de Haan und Prof. Dr. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker, sind nur die äußeren Zeichen einer hochklassigen Veranstaltung. Die Podiumsdiskussion, die Foren am Nachmittag und auch die Gespräche in den Pausen zwischen Teilnehmern und Referenten haben gezeigt, dass dieses Thema auf große Nachfrage stößt. Und es war eine gute Erfahrung, dass es schon viele gibt, die an Lösungen und an konkreten Umsetzungen gerade auch im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung arbeiten." Bei der von der Stadt Neumarkt in Zusammenarbeit mit der Neumarkter Lammsbräu organisierten Konferenz ging es diesmal um das Thema "Nachhaltigkeit neu lernen - Impulse der Bildung für nachhaltige Entwicklung". Nach der Begrüßung und Einführung durch Oberbürgermeister Thumann und Lammsbräuchef Dr. Franz Ehrnsperger erläuterte Bayerns Staatsminister für Umwelt und Gesundheit Dr. Markus Söder, wie "die Zukunft der Bildung für nachhaltige Entwicklung in Bayern" aussieht. Er sprach von einer unausweichlichen Konsequenz vor der die Menschen auch im Freistaat stehen. Gerade die Bildung sei für ihn ein wichtiger Ansatz, um Nachhaltigkeit schon bei den Kindern zu vermitteln und dazu gehöre es, den jungen Menschen die Umwelt und die Natur wieder näher zu bringen. Für ihn gelte hier das Motto: "Was ich kenne, das schütze ich:" Sein Ministerium fördere daher zahlreiche Bildungsprojekte.
Prof. Dr. Gerhard de Haan stellte die provokante Frage "Wozu brauchen wir eine Bildung für nachhaltige Entwicklung" und zeigte in seinem anschaulichen Vortrag, welche Zielsetzungen und Perspektiven die nachhaltige Bildungslandschaft in Deutschland besitzt. Prof. de Haan ist Vorsitzender des Nationalkomitees der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" und ihm ist die Stadt Neumarkt bestens bekannt. Schließlich hat die Oberpfälzer Kommune die Auszeichnung Stadt der Weltdekade als damals erste Stadt Deutschlands zum 2. Mal erhalten. In seinem Vortrag stellte er klar, dass Bildung kommunal und regional verankert werden müsse. "Wir müssen regionale Bildungslandschaften schaffen, bei denen alle potenziellen Bildungsträger mit einbezogen werden sollten." Außerdem sei ein generationenübergreifendes Lernen notwendig, um den Herausforderungen zu begegnen.

Auf besonderes Interesse stieß der Vortrag von Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker, der unter dem Titel stand "Nachhaltigkeit neu lernen. Was sind die neuen Inhalte". Anhand der Thesen seines neuen Buches "Faktor 5" zeigte er, dass es heute um zwei wesentliche Elemente gehe: Die Effizienz und die Suffizienz. Auf diese Weise könne es gelingen, den "Ökologischen Fußabdruck" der Menschen in der westlichen Welt um den Faktor 5 zu verringern und gleichzeitig den der Bewohner der Entwicklungsländer um den Faktor 5 zu heben. Ziel müsse es sein, dass alle Menschen die gleichen Nutzungsrechte an der Natur erhalten und bei einer Schieflage durch Ausgleichsleistungen diese kompensiert werden müssten. So könne ein solcher Ausgleich gelingen. Im Hinblick auf die Klimaschutzbemühungen sprach von Weizsäcker von einer "Fehlleistung europäischer Umweltpolitik", die darin bestehe, Amerika unbedingt mit dabei haben zu wollen. Er jedoch meint: "Lasst sie doch draußen". Wenn sich die westeuropäischen und die asiatischen Länder in einer Allianz auf Klimamaßnahmen einigen würden, würde Amerika sehr rasch nachziehen.

Am Ende seines Vortrages gratulierten Oberbürgermeister Thumann und Dr. Ehrnsperger Prof. von Weizsäcker mit einer großen Torte zu dessen Geburtstag. Dazu hatte eine Kindergartengruppe ein Lied und einen Tanz für den Jubilar eingeübt. Auch ein selbst gebasteltes Bild eines Baumes überreichten die Kinder ihm. Das Bild symbolisiert das Geschenk der Stadt an von Weizsäcker: einen Baum für dessen Garten. Den Gratulationen schlossen sich auch die Gäste im Saal an, die Prof. von Weizsäcker spontan ein Ständchen brachten.

In einer Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. de Haan, Prof. Dr. von Weizsäcker, Beate Weinzierl vom Umweltzentrum Schloss Wiesenfelden und Caroline Fischer von der Arbeitsgemeinschaft Natur und Umweltbildung wurde das Thema unter der Moderation von Dr. Horst Hamm, dem stellvertretenden Chefredakteur der Zeitschrift "Natur & Kosmos" vertieft. Hier wurden auch unterschiedliche Beispiele des Lernens für Nachhaltigkeit vorgestellt. Auf diese Weise wurde das Thema plastisch und anschaulich, wozu auch zahlreiche Beiträge aus dem Publikum beitrugen.

Am Nachmittag konnten sich die Teilnehmer für eines der beiden Fachforen entscheiden. Im einen ging es um die Nachhaltigkeitsbildung in der Praxis der Kommunen. Kurzreferate von Caroline Fischer, Neumarkts Bürgermeisterin Ruth Dorner, dem Chefredakteur der Redaktion "Focus Schule" Mathias Brüggemeier sowie Konstantin Hopf und Pascal Najuch vom Schiller-Gymnasium Hof zum Thema "Schüler für den Klimaschutz" wurde das Thema unter der Moderation von Ralf Mützel vom Neumarkter Bürgerhaus vertieft.

Das zweite Fachforum nahm sich der Nachhaltigkeitsbildung in der Unternehmenspraxis an. Hier stellten unter der Moderation von Ralf K. Stappen von der SP-Group Beratungsagentur, der auch schon den Vormittag moderiert hatte, Dr. Julia Kastrup von der Universität Hamburg, Jürgen Schmid der Gründer und Sprecher des Vorstands der memo AG und Dieter Brübach, das Mitglied des Vorstandes B.A.U.M. e. V. in Kurzreferaten ihre Ansichten vor. Den Abschluss der Konferenz bildete die Zusammenkunft der beiden Fachforen wieder im Plenum, wo die Ergebnisse gebündelt und im Rahmen einer kurzen Zusammenfassung dargestellt wurden.

Schon am Tag vor der Konferenz, am Donnerstag 24. Juni hatte der Kooperationspartner der Stadt für die Neumarkter Nachhaltigkeitskonferenz, die Neumarkter Lammsbräu, zum 9. Mal ihren "Nachhaltigkeitspreis" verliehen. Der Ehrenpreis ging dabei an Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker. Weitere Preisträger kamen aus den Kategorien "Medien", "Privatpersonen / Gruppen" und "Unternehmen". Nähere Informationen zu den Preisträgern finden sich unter www.lammsbraeu.de

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