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"Stille Helden 2015" ausgezeichnet

Fotos: Dr. Franz Janka

Fotos: Dr. Franz Janka

Zu einem abwechslungsreichen Neujahrsempfang konnte Oberbürgermeister Thomas Thumann knapp 450 Gäste im historischen Reitstadel in Neumarkt willkommen heißen. Neben seiner Ansprache standen ein Vortrag der bekannten Fernsehjournalistin und Auslandskorrespondentin Dr. Antonia Rados sowie die Verleihung der Auszeichnung "Stille Helden - Neumarkter Preis für bürgerschaftliches Engagement" auf dem Programm. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Band "Klafünf".

In seiner Ansprache zeigte Oberbürgermeister Thumann auf, dass die Ausgangslage für den Start in das neue Jahr in Neumarkt hervorragend sei. So erwartet die Stadt für das Jahr 2016 eines der höchsten Einnahmeergebnisse bei der Einkommens- und Gewerbesteuer; wenn die ins Soll gestellten Zahlen auch so festgestellt werden, sei es sogar das höchste in der Stadtgeschichte.

Auch die Einwohnerzahl sei im vierten Jahr in Folge gestiegen, mit jetzt 39.637 Bewohnern mit Hauptwohnsitz in Neumarkt sei dies der höchste Wert aller Zeiten. Auch die Beschäftigtenzahlen, die Pendlerzahlen und die seit langem niedrigen Arbeitslosenquoten belegen, dass Neumarkt hervorragend aufgestellt sei und die Unternehmen, Gewerbebetriebe, der Handel, das Handwerk und der Dienstleistungsbereich sich bestens entwickeln. Er dankte den Unternehmern und den Mitarbeitern für diese herausragende Aufwärtsentwicklung.

Gleichwohl sei auch Neumarkt wie viele andere Kommunen vom Flüchtlingsstrom betroffen. Mehrere hundert Asylbewerber leben dezentral untergebracht in der Stadt und man habe der Regierung die frühere Delphi-Halle zur Verfügung gestellt, damit diese dort neu ankommende Flüchtlinge erst einmal unterbringen könne. Für Oberbürgermeister Thumann sind die Flüchtlinge die Betroffenen und Leidtragenden von Kriegen und Krisen in der Welt. Er dankte allen, die sich bei der Integration der Flüchtlinge engagieren. Man müsse bei Flucht, Terror und Gewalt darauf schauen, wo die Wurzeln liegen. Sie finden sich in zahlreichen Regionen der Welt, wo alte Systeme zerbrochen sind und gewaltsame Herrscher und Gruppierungen versuchen, die Macht an sich zu reißen. Er freue sich, dass die Referentin des Abends Dr. Antonia Rados den Besuchern des Neujahrsempfangs Informationen zu den Hintergründen und Zusammenhängen geben werde. Sie sei eine renommierte Fernsehjournalistin und Auslandskorrespondentin, die mit zahlreichen Auszeichnungen, unter anderem mehreren Deutschen Fernsehpreisen bedacht worden sei.

Dr. Rados wies in ihrem Vortrag "Chaos, Krieg und Flüchtlingsströme: Die Folgen für Europa" darauf hin, dass man zunächst die Vorgeschichte der arabischen Welt kennen und betrachten müsse. Schon zum Ende des Ersten Weltkriegs sei dort die alte Ordnung zerfallen. Länder wie Großbritannien und Amerika hätten danach zeitweise für bestimmte Länder als Schutzmächte fungiert. Nach deren Rückzug und dem aufbrechenden Jugendprotest, der mit dem Wort "Arabischer Frühling" vor wenigen Jahren seinen Weg nahm, habe sich eine neue Entwicklung abgezeichnet, die aber nicht wie erhofft zu Demokratie und besseren Lebensbedingungen geführt habe. Vielmehr sorgte sie für Enttäuschung und den überwiegend jungen Menschen in den arabischen Ländern, rund zwei Drittel sind unter 30 Jahre alt, blieb meist als Alternative nur die zwischen den Angeboten des Islamischen Staates und der Flucht. Europa zahle aus ihrer Sicht heute den Preis für eine Region, die destabilisiert worden ist. Sie setze auf die Türkei und den Iran, die als neue Ordnungsmächte fungieren und zu einer Stabilisierung beitragen könnten. Vorerst aber werde der Flüchtlingsstrom weiter seinen Weg nach Europa suchen, so ihre Einschätzung. Zum Ende ihres Vortrages trug sich Dr. Rados auch ins Goldene Buch der Stadt Neumarkt ein.

Zusammen mit Vera Finn, der Vorsitzenden der Freiwilligenagentur Neumarkt überreichte Oberbürgermeister Thumann im Anschluss daran die Auszeichnung "Stille Helden 2015" an Berta Forster, Bruno Maier und den Verein "Chancen statt Grenzen".

  • Berta Forster hat den Kulturkreis Neumarkt aufgebaut und leitet ihn seit 2005. Mittlerweile hat er 240 Mitglieder, für die sie Vorträge, Besichtigungen und Fahrten zu Konzerten und Ausstellungen organisiert.
  • Bruno Maier betreut beim ASV Neumarkt die Sportgruppe für Menschen mit geistiger Behinderung. Mehrere Tage in der Woche begleitet er sie bei verschiedenen Sportarten und er übernimmt auch den Fahrdienst zu Wettkämpfen.
  • Der Verein "Chancen statt Grenzen" ist seit einem Jahr aktiv und fördert die Hilfe für sozial Benachteiligte und Hilfesuchende. Aktuell geht es dabei um die Unterstützung von Flüchtlingen. Mittlerweile rund 400 Ehrenamtliche sorgen in verschiedenster Weise für die Flüchtlinge, vom Sportangebot über die Bereitstellung von Kleidung bis zu Deutschkursen reicht die Palette.

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