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Sanierungstreff in Neumarkt

C.A.R.M.E.N.-Veranstaltung „WEG-Forum“ informierte zur energetischen Sanierung als Gemeinschaftsprojekt

Sanierungstreff in Neumarkt

Am 17. April fand unter dem Titel „WEG-Forum – Energetische Sanierung als Gemeinschaftsprojekt“ eine C.A.R.M.E.N. -Veranstaltung im Rahmen des vierteljährlichen Neumarkter Sanierungstreffs statt. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit dem Amt für Nachhaltigkeitsförderung der Stadt Neumarkt i.d.OPf. ausgerichtet. Rund 30 Teilnehmer informierten sich zu den Vorteilen für Mieter und Vermieter durch eine energetische Sanierung von Mehrfamilienhäusern, die durch Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) getragen werden. In diesem Zusammenhang wurde zu organisatorischen, (steuer-) rechtlichen und finanziellen Angelegenheiten aufgeklärt.

Durch das Programm führte Kathrin Memmer von C.A.R.M.E.N. e.V. Nach einem Grußwort von Dr. Robert Feicht, Regierung der Oberpfalz, erfolgte eine kurze Vorstellung der Neumarkter Klimaschutz-Aktivitäten durch Marion Burkhardt von der Fachstelle für nachhaltiges Bauen und Sanieren der Stadt Neumarkt. Die Stadt Neumarkt ist seit vielen Jahren sehr aktiv und hat mit dem Förderprogramm Faktor 10, der grünen Hausnummer und dem Sanierungstreff wirksame Instrumente entwickelt, um die Sanierungsquote in Neumarkt zu steigern. Bisher wurde allerdings noch keine WEG als Effizienzsanierung gefördert; die Stadt würde dies sehr begrüßen.

Ulrich Jung von der Beratungsstelle Energieeffizienz und Nachhaltigkeit der Bayerischen Architektenkammer stellte in seinem Vortrag zu Kommunikation, Organisation und Durchführung von Gemeinschaftsprojekten u.a. verschiedene Arbeitshilfen vor und wies darauf hin, dass unbedingt durch Transparenz das Vertrauen der Eigentümer gewonnen werden sollte. Wichtig sei dabei auch, dass die Hausverwaltung frühzeitig Fachpersonal in das Sanierungsvorhaben einbindet.

Als zweite Referentin machte Marion Burkhardt in ihrem Vortrag deutlich, dass und wie die Anforderungen aus der EnEV berücksichtigt werden müssen, sobald energetische Maßnahmen an mehr als 10 Prozent der Gebäudehülle umgesetzt werden. Anhand verschiedener Beispiele stellte sie nachhaltige Baumaterialien vor, mit denen sich die geforderten Grenzwerte ebenfalls erreichen lassen. Außerdem sei es aus ihrer Sicht sinnvoll, die Maßnahmen langfristig zu planen und anzukündigen, damit die Eigentümer die Investitionen planen können.

Zu Finanzierung und Förderung solcher gemeinschaftlichen Sanierungen referierte Karl Wolf von der Sparkasse Niederbayern-Mitte und erläuterte die zutreffenden Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Einen Kredit als Eigentümergemeinschaft zu bekommen, sei rein rechtlich denkbar, jedoch seitens der Sparkassen nicht möglich. In der Praxis sei es gängig, dass jeder Eigentümer einen eigenen Kredit/Zuschuss beantragt.

Rechtsanwalt Ralf Specht von der Kanzlei FRIES aus Nürnberg erläuterte in seinem Vortrag die Unterscheidung von Sonder- und Gemeinschaftseigentum, wann die Eigentümerversammlung für die Sanierungsmaßnahme zuständig ist und welche Beschlussmehrheiten für die jeweilige Maßnahme erforderlich sind. Am Beispiel der Fassadendämmung reiche die einfache Mehrheit zur Beschlussfassung aus, sobald ein Instandsetzungsbedarf festgestellt werden kann. Als letzten Punkt klärte er noch über die Finanzierungsmöglichkeiten der Maßnahme auf.

Die steuerlichen Aspekte der Sanierung beleuchtete im Anschluss Julia Hackl, ebenfalls FRIES Rechtsanwälte. Je nach Art der Sanierung und je nachdem ob der Mieter/Vermieter/Eigentümer, der die Wohnung selbst bewohnt, die Kosten bei der Steuererklärung angibt, muss zwischen Absetzbarkeit und Abschreibung unterschieden werden.

Welche Vorteile Mieterstromprojekte für Mieter und Vermieter haben, erläuterte Karl Weber, C.A.R.M.E.N. e.V. Da in deutschen Städten 14 Prozent der Bevölkerung wohnen, aber nur 1,4 Prozent der Photovoltaik-Leistung installiert sind, sei Mieterstrom eine gute Möglichkeit damit auch Städte von der Energiewende profitieren können.

In der Diskussion mit dem Publikum und während der Pause zeigte sich, dass der „Königsweg“, um Eigentümer zu einer energetischen Sanierung zu bewegen, noch nicht gefunden wurde und viele Projekte an den geforderten Mehrheiten scheitern. Da die Eigentümer meist verschiedene Interessen verfolgen, ist es oft nicht einfach, alle Meinungen unter einen Hut zu bringen. Es wäre wünschenswert, dass die Hausverwalter in Zukunft eng mit Energieberatern und Mediatoren zusammenarbeiten und den Mehraufwand, der die Organisation und die Durchführung einer Sanierung für die Verwaltung mit sich bringt, nicht scheuen. Nur so können die noch fast 70 Prozent der unsanierten WEG-Gebäude einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und auch Mieter an der Energiewende beteiligt werden.

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